Objekt der Begierde
Zu der Hochzeit von meiner Frau und mir, hatte mein Bruder E. eine tolle Idee. Er modellierte eine Karikatur von uns beiden als Tortenfigur für die Hochzeitstorte. Dazu steckte er mich in ein D-Man-Kostüm und ließ mich meine Braut heldenhaft entführen. Das Ergebnis ist genial und erschreckend originalgetreu.
Vor kurzem stand dann seine Hochzeit ins Haus und da war es ja selbstverständlich, dass auch etwas von mir seine Hochzeitstorte schmücken sollte. Die zündende Idee kam von meiner Mutter I. Da das Brautpaar stolzer Besitzer eines Chamäleons ist, war auf der Hochzeitseinladung ein solches abgebildet, welches ein fliegendes Herz mit seiner Zunge erlegt. Bingo! Sofort fing mein Kopf an zu arbeiten. Da ich noch ein weiteres Projekt geplant hatte (näheres dazu folgt in Kürze), war die verbleibende Zeit sehr überschaubar.
Dank der kürzlich erworbenen Nudelmaschine, ging das Mischen der Farben und das Herstellen von homogenen Flächen rasend schnell. Zuerst musste ich den Ast, dessen Kern aus einer ca. 10mm starken Eisenstange bestand, mit FIMO ummanteln und backen. Danach bog ich mir ein Grundgestell aus Draht zurecht und knüllte an den passenden Stellen Wülste aus Aluminiumfolie daran. Die Beine bestanden aus drei verdrillten Drähten, so dass sich das Konstrukt auf dem Ast sehr gut befestigen ließ. Jetzt konnte die Pose mit der Spitzzange festgelegt werden. Um dem ganzen etwas Stabilität zu verleihen, überzog ich das Gerüst mit einer Lage FIMO und ließ es im Backofen aushärten. Ich muss mich für die Bildqualität der nächsten drei Bilder im voraus entschuldigen. Neue, teurere Kameras müssen nicht besser sein und sind auch schon wieder “returned to sender”.
Jetzt konnte ich anfangen, Schicht für Schicht Ofenknete auf den Unterbau zu packen. Bevor ich mit dem Projekt begann, überlegte ich mir, wie ich der Haut Struktur oder Muster verleihen konnte. Als ich an der letzten Hautschicht angelangt war, hatte ich eine relativ simple Lösung. Dazu ließ ich eine dünne Platte hellgrünen FIMOs aus der Nudelmaschine und legte dunkelgrüne Streifen darüber. Das Ganze jagte ich erneut durch die Walzen und schwuppdiwupp hatte ich eine super Oberhaut.
Diese wurde im nächsten Schritt vorsichtig über die Figur gezogen. Dann konnte der Kopf, inklusive der langen Zunge, fertig gemacht werden. Meine Lebensendpartnerin hatte in der Zwischenzeit ein wunderschönes Herz mit Flügeln vorbereitet und half mir die Oberfläche des Tierchens zu glätten. Im letzten Schritt wurde dann alles zusammen gebacken und auf einer Platte festgeschraubt.
Nach der Hochzeit wurde die Skulptur von einem Spezialisten fachmännisch abgenommen, als das Chamäleon meines Bruders versuchte mit dem Modell Zärtlichkeiten auszutauschen. Leider ließ dieser Annäherungsversuch das Kunsttier sichtlich kalt.
Danke an meinen Vater G. für diesen Schnappschuss und Lucifer für die vergebene Liebesmüh.










November 10th, 2010 at 20:27
[...] Objekt der Begierde | giant-leap.de – blog & bleistift [...]
November 10th, 2010 at 23:59
Wir haben gerade Ihre sensationelle Chamäleon-Anleitung entdeckt
Haben Sie Lust ein Fan zu werden und alle anderen STAEDTLER FIMO-Fans Ihr Kunstwerke zu zeigen? Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie auch vorbei schauen:
http://www.facebook.com/STAEDTLER.headquarters
Hoffentlich bis bald und herzliche Grüße aus dem STAEDTLER Headquarter in Nürnberg, Yvonne
November 11th, 2010 at 21:40
Danke für die Einladung, ich werde mir die Seite gleich mal zu Gemüte führen. Grüße von der FIMO-verarbeitenden Zunft von der Bergstrasse.
November 16th, 2010 at 06:16
Grandios! Und das letzte Foto mit Lucifer in fragranti verdient einen Preis